Zeichentechniken

BLEISTIFT, KOHLE, RÖTEL & PASTELL

Bleistift

Bleistiftzeichnungen sind klassisch schön.

Der Bleistift, eigentlich ein Graphitstift, eignet sich besonders gut für detailliert ausgearbeitete Portraitzeichnungen. Es können sehr feine Linien gezeichnet werden, was zum Beispiel mit Kreide oder Zeichenkohle nicht möglich ist. Bleistift wirkt mit seinem Silbergrauton neutral und sehr edel.

Die Zeichnungen fertige ich in verschiedenen Weich- und Härtegraden auf cremefarbenem, weißem oder pastellenem Zeichenpapier an. Durch Verwischen und Radieren lässt sich mit Licht und Schatten Tiefe erzeugen und die dadurch entstehenden unterschiedlichen Graustufen, lassen das Bild sehr lebendig wirken.

Zeichenkohle

Für manche Portraits benutze ich nicht nur den Bleistift (diese Technik beschreibe ich oben), sondern auch Kohle.

Zeichenkohle entsteht durch Verkohlen von ausgesuchten dünnen Zweigen.
Sie wirkt äußert natürlich. Allerdings verwende ich Kohle nie alleinig, da Kohlezeichnungen immer leicht abstrakt wirken, was nicht zu meinem Zeichenstil lebensnaher Portraits passt.

Die Kohle liegt locker auf dem Papier, der Pigmentstaub lässt sich daher gut verwischen. Dafür verwende ich selten die Finger, weil die Gefahr zu groß ist, dass die Finger leicht ölig bzw. schwitzig sind (und schon ist das Bild versaut!). Ich setze dafür Papierwischer (Estompen oder Tortillions), gerne auch Wattepads, Ohrenstäbchen (mein Geheimtipp), Leder und Pinsel ein.

Durch die Kohle wirken die Portraits sehr ausdrucksstark, denn mit ihr lassen sich viele Grautöne, besonders dunkle Flächen und Kontraste erzeugen.

Rötel

Rötel gehört zu den Mineralfarben und besteht aus einer weichen Mischung von Ton und Hämatit, einem Eisenoxidmineral. Das Zeichnen mit Rötel ist neben dem Zeichnen mit Kohle die älteste Form des Zeichnens. Schon in der Höhlenmalerei war Rötel eine der meist eingesetzten Farben. Heutzutage wird nicht mehr so oft mit Rötel gezeichnet.

Man benutzt Rötel vorzugsweise auf weißem oder hell getöntem Papier. Mit ihr lassen sich sehr feine, zarte und weich aussehende Portraits kreieren. Sie sind besonders gut für Portraits von Babys, Kinder und Frauen geeignet.

Ich verwende Rötelstifte, die nicht fetthaltig sind, denn diese lassen sich – ähnlich wie Zeichenkohle – gut verwischen. Durch das Verwischen erzielt man eine weiche, malerische Wirkung. Um Glanzlichter und hellere Flächen auszuarbeiten, verwende ich weiße Kreide. Auf getöntem Papier kommen diese besonders gut zur Geltung.

Pastell

Im Bereich der Pastelle gibt es wunderschöne Farben, die sich auch miteinander mischen lassen. Sie besitzen ein besondere Leuchtkraft und wirken auf für diese Zeichenart geeignetem Papier samtartig. Das macht den besonderen Charme von Pastellfarben aus. 

Für Pastellfarben benötigt man besonderes, raues Papier, da die Pigmente von Pastell nicht besonders gut auf glattem Papier haften. Man trägt die Pastellfarbe in mehreren Schichten auf und kann sie ganz prima mit- und ineinander vermischen. Zudem verwendet man für Pastell kein weißes Papier, sondern eher getöntes – graues, beiges oder farbiges Papier, da sich mit weißen Pastellstiften wundervolle helle Highlights setzen lassen. Auch dunkle Farben lassen sich hervorragend mit Pastellfarben akzentuieren, sodass zusammen mit den hellen Highlights besonders schöne und ausdrucksstarke Kontraste entstehen.

Ich empfehle Pastellzeichnungen hinter Glas einzurahmen, möglichst mit einem Passepartout, damit die Farben nicht an der Glasscheibe haften bleiben.

© Copyright 2018 | MacCAROL, Carola Hinze